Am Samstag startet die letzte Etappe der ADMIRAL Basketball Bundesliga auf dem Weg zu den Snickers®-Play-Offs, ein guter Zeitpunkt um eine Zwischenbilanz über die bisherige Saison zu ziehen:
Über die Transfers wurde ja schon ausführlich berichtet bleibt noch ein Blick auf das bisherige Abschneiden der einzelnen Teams, verbunden mit jeder Menge an Zahlen, Daten und Fakten sowie die Ergebnisse der Trainerumfrage. Morgen gibt es dann noch einen Blick auf das „Play-Off-Picture“, sprich auf die theoretischen Paarungen, wenn die Snickers®-Play-Offs morgen beginnen würden, verbunden mit einem kleinen Ausblick…
Heuer haben wir die Trainer NICHT gefragt, wer für sie die bisherigen Überraschungen bzw. Enttäuschungen der Saison sind, lassen wir hier also einige Zahlen sprechen und kämpfen uns in der Tabelle von unten nach oben durch:
UBC St. Pölten: Die Niederösterreicher haben ohne Zweifel den bisher schlechtesten Grunddurchgang der jungen Vereinsgeschichte gespielt nur ein Sieg in 20 Spielen macht eine Quote von 5 %, im (zweitschlechtesten) Vorjahr waren es immerhin noch 6 aus 16 oder 27 %. Was man dabei nicht übersehen darf: Bei 14 Spielen musste man auf Roy Booker verzichten, der mit seinem Punkteschnitt von 28,8 sogar vor dem derzeitigen Statistikleader Stjepan Stazic (26,3) liegen würde – der UBC-Guard hat aber (noch) zu wenige Spiele bestritten, um in diese Rangliste aufgenommen zu werden.
Arkadia Traiskirchen Lions: Große Kaderveränderungen haben dazu geführt, dass der Semifinalist des Vorjahres fast schon aussichtslos zurückliegt und erstmals seit 2003/04 die H1 verpasst hat. Die Mannschaft mit den meisten Play-Off-Teilnahmen in der ABL-Geschichte (19) bräuchte zudem eine außergewöhnliche Siegesserie in der H2, um das Viertelfinale auch heuer noch zu schaffen.
BC Vienna: Der stetige Aufwärtstrend der Bundeshauptstädter, was Siege im Grunddurchgang betrifft, wurde heuer gestoppt. Man hat sich zuletzt von einer Siegquote von 9 % (2008) über 14 und 23 % bis auf 41 % im Vorjahr gesteigert. Heuer musste man mit 7 Siegen in 20 Spielen – macht 35 % - vorlieb nehmen. Trotzdem ist die Chance auf eine erstmalige Play-Off-Qualifikation so groß wie noch nie.
BSC Raiffeisen Fürstenfeld Panthers: Auch die Oststeirer gehören zu jenen Mannschaften, die mit dem Erreichten nicht zufrieden sein werden. Die Panthers haben immerhin nach den Swans die zweitbeste Siegquote aller ABL-Teams in den letzten fünf Jahren und dabei nie weniger als 14 Spiele im Grunddurchgang gewonnen. Da ist die aktuelle Bilanz von 7:13 ein klarer Schritt zurück.
UBSC Raiffeisen Graz: Der Rang ist im Vergleich zum Vorjahr derselbe geblieben, die Situation ist trotzdem eine andere. Nachdem die Steirer in der letzten Saison mehr als die Hälfte ihrer Grunddurchgangs-Begegnungen gewinnen konnten und mit einem 3-Siege-Polster in den Kampf um die Play-Off-Plätze ging, hat man in diesem Jahr so wie BC und Panthers nur sieben Spiele für sich entschieden– die Viertelfinalqualifikation ist damit noch lange nicht in trockenen Tüchern. Eindeutig auf der Habenseite zu verbuchen: Die erste (Chevrolet-Cup-)Finalqualifikation in der Vereinsgeschichte.
UBC Carefuel Güssing Knights: Einer der Gewinner des Grunddurchganges. Erstmals seit dem Aufstieg konnte man eine ausgeglichene Bilanz erreichen. Die Belohnung: Rang 6 und damit schon fix die erste Play-Off-Qualifikation in der Vereinsgeschichte. Nicht der einzige Grund, wieso man an die H1 relativ unbeschwert herangehen kann. Da befindet man sich nämlich etwas im Niemandsland, nämlich 6 Punkte hinter dem Lokalrivalen aus Oberwart – und bräuchte ähnlich wie die Lions in der H2 wohl schon eine längere Siegesserie, um noch weiter nach vorne zu kommen.
Oberwart Gunners: Der Meister war nicht gerade vom Glück verfolgt, vor allem die langwierige Verletzung von Kapitän Jason Johnson hat sicher auf die Leistung gedrückt. Trotzdem – und das sollte man nicht vergessen – hat man einen besseren Grunddurchgang gespielt als im Titeljahr und die Bilanz von 13:9 auf 13:7 verbessert. Und er Rückstand auf Rang 2 – im Vorjahr die Play-Off-Setzung der Burgenländer – ist mit 4 Punkten nicht allzu groß.
ece bulls Kapfenberg: Wir wissen nicht, ob das der Grund war, dass die Bulls unbedingt Rang 4 belegen wollten, aber ein interessantes Detail ist es trotzdem: Drei der letzten vier Meister waren nach dem Grunddurchgang auf eben diesem vierten Rang (und der vierte Meister sogar nur auf Rang 5). Die Bulls waren seit ihrem A-Ligaaufstieg 1991 nur ein einziges Mal (1993) nicht unter den Top-6 und sind zum 17. Mal in Folge in der H1 – einsamer Ligarekord.
WBC Raiffeisen Wels: Erst am letzten Spieltag wurde man vom Lokalrivalen Gmunden in der Tabelle überholt – damit bleibt die Saison 09/10 die einzige, in der man den Grunddurchgang vor den Swans beendete. Das wird man in der Messestadt aber verschmerzen können, nach dem Absturz in die H2 in der Vorsaison hat man nun den zweitbesten Saisonstart in der Vereinsgeschichte (eben nach 09/10) hingelegt – und das mit einer doch wesentlich umgebauten Mannschaft unter neuer Führung.
Allianz Swans Gmunden: Zufrieden wird man auch am Traunsee mit dem bisherigen „Jahr Eins nach Mayes“ sein. Supercup und Cup konnte man auch ohne den Franchise-Player erneut nach Oberösterreich holen - und drei von vier Grunddurchgangs-Begegnungen zu gewinnen liegt exakt im Schnitt der Schwäne in den letzten fünf Jahren.
Xion Dukes Klosterneuburg: Der Bundeskanzler hieß Franz Vranitzky und der Fußballmeister FC Swarovksi Tirol, als der Rekordmeister zum letzten Mal den Grunddurchgang auf Rang 1 abschloss. Das war 1990 und gleichzeitig auch das letzte Mal, dass man eine bessere Bilanz vorweisen konnte als in der laufenden Meisterschaft. Danach folgten einige schwierige Jahre und zweimal der Fastabstieg, der nur durch die Auflösung anderer Mannschaften verhindert wurde. Nun ist man also endgültig zurück an der Spitze und „Kontinuität“ ist dabei das Zauberwort: Nur eine wesentliche Kaderänderung am Saisonbeginn, danach trotz einiger Verletzungssorgen keine Veränderungen mehr – wohl eines der Hauptgeheimnisse des Klosterneuburger Erfolges.
Ob es für die Dukes zum ganz großen Coup – dem Meistertitel – reicht werden wir in einigen Monaten sehen, ob es ihnen die Coaches der ABL zutrauen, können wir gleich beantworten, das war nämlich eine der Fragen die wir bei unserer Umfrage gestellt haben. Zunächst haben wir die Coaches aber gebeten, einige „Halbzeit-Auszeichnungen“ zu vergeben. Und zwar in jenen Kategorien, in denen die Liga dann am Saisonende auch offizielle Titel vergibt, also „Wertvollster Spieler“, „Wertvollster Österreichischer Spieler“ und „Bester Trainer“ und zusätzlich noch für den „Besten Offensivspieler“ und „Besten Verteidiger“. Dabei konnte jeder Coach drei Namen nennen und reihen. Dafür wurden 3, 2 und 1 Punkt vergeben, hier die „Halbzeitsieger“ und die Nächstplatzierten:
Wertvollster Spieler des Grunddurchganges: 11 Spieler wurden hier genannt, erfreulicherweise finden sich gleich 2 Österreicher unter den Top-3, darunter der Gewinner
Aleksandar Djuric (AUT - UBC Carefuel Güssing Knights) 13 Punkte
Joe Werner (USA – WBC Raiffeisen Wels) 11 Punkte
Christoph Nagler (AUT - Xion Dukes Klosterneuburg) 9 Punkte
Wertvollster österreichischer Spieler des Grunddurchganges: Interessanterweise ist der Sieger hier nicht Aleksandar Djuric – wahrscheinlich waren sich einige Coaches auf Grund seiner serbischen Wurzeln nicht ganz sicher, ob er wählbar ist, er wurde daher gleich zweifach überholt, insgesamt finden sich 9 Namen auf den Antworten der Coaches:
Christoph Nagler (Xion Dukes Klosterneuburg) 22 Punkte
Matthias Mayer (Allianz Swans Gmunden) 12 Punkte
Aleksandar Djuric (UBC Carefuel Güssing Knights) 7 Punkte
Bester Coach des Grunddurchganges: Hier haben sich die Trainer an die Tabelle gehalten, die Coaches der Teams 1 – 3 liegen auch hier voran:
Werner Sallomon (AUT - Xion Dukes Klosterneuburg) 19 Punkte
Mathias Fischer (GER - Allianz Swans Gmunden) 13 Punkte
Pete Miller (USA – WBC Raiffeisen Wels) 13 Punkte
Bester Verteidiger des Grunddurchganges: Die Verteidigungsleistung von 14 Spielern ist den Coaches aufgefallen, die Auszeichnung geht an den einzigen Nicht-Österreichischen Gewinner:
Anthony Shavies (USA – BSC Raiffeisen Fürstenfeld Panthers) 17 Punkte
Moritz Lanegger (AUT - Xion Dukes Klosterneuburg) 10 Punkte
Matthias Mayer (AUT - Allianz Swans Gmunden) 8 Punkte
Bester Offensivspieler des Grunddurchganges: Damit ist es kein Geheimnis mehr, auch diese Auszeichnung geht an einen Österreicher, allerdings – vielleicht etwas überraschend – nicht an den besten Scorer der Liga, Stjepan Stazic, der muss mit Rang 2 vorlieb nehmen:
Aleksandar Djuric (AUT - UBC Carefuel Güssing Knights) 15 Punkte
Stjepan Stazic (AUT – BC Vienna) 12 Punkte
Christoph Nagler (AUT - Xion Dukes Klosterneuburg) 7 Punkte
Samo Grum (SLO – UBSC Raiffeisen Graz) 7 Punkte
Und zum Abschluss des Rückblick-Teiles ließen wir die Coaches noch ihr „ABL-First-Team“ wählen, also jene fünf Spieler, die sie für die beste Starting-Five der Liga halten. Auch hier ist wieder viel Rot-Weiß-Rot drinnen, drei der fünf meistgenannten Spieler besitzen einen österreichischen Reisepass:
das „ABL-First-Team“:
Christoph Nagler (AUT - Xion Dukes Klosterneuburg) 6 Nennungen
Sharaud Curry (USA - Allianz Swans Gmunden) 6 Nennungen
Aleksandar Djuric (AUT - UBC Carefuel Güssing Knights) 5 Nennungen
Matthias Mayer (AUT - Allianz Swans Gmunden) 5 Nennungen
Joe Werner (USA – WBC Raiffeisen Wels) 5 Nennungen
die Bankspieler (insgesamt gab es 23 verschiedene Nennungen):
Ramiz Suljanovic (BIH - Xion Dukes Klosterneuburg) 3 Nennungen
Joey Shaw (USA – Oberwart Gunners) 3 Nennungen
Larry Gordon (USA – ece bulls Kapfenberg) 3 Nennungen
Quentin Pryor (USA – WBC Raiffeisen Wels) 2 Nennungen
Moritz Lanegger (AUT - Xion Dukes Klosterneuburg) 2 Nennungen
Todd Brown (USA – WBC Raiffeisen Wels) 2 Nennungen
Richard Poiger (AUT – Allianz Swans Gmunden) 2 Nennungen
Damit kommen wir zum Blick in die Zukunft. Interessant: Bis auf eine Ausnahme sehen die Coaches die Tabellensituation am Ende der H1 unverändert im Vergleich zu Heute. Und das auch sehr deutlich. Nur beim letzten Platz für die Snickers®-Play-Offs glauben die Trainer, dass der BC Vienna den Fürstenfeld Panthers noch den Rang ablaufen wird.
der Endstand in der H1:
Rang Team Schnitt*
1. Dukes Klosterneuburg 1,36
2. Swans Gmunden 2,09
3. WBC Wels 2,82
4. Bulls Kapfenberg 4,09
5. Oberwart Gunners 4,64
6. Güssing Knights 6,00
* Summe der Platzziffern durch 11 (=Anzahl der Coaches)
der Endstand in der H2:
Rang Team Schnitt*
1. UBSC Graz 1,18
2. BC Vienna 2,18
3. Fürstenfeld Panthers 2,64
Und zum Schluss die Antwort auf die Frage, die wir ganz oben gestellt haben. Geht es nach den Coaches, schaut es eher schlecht für die Dukes und eher gut für Oberösterreich aus. Bei den Finalteilnahmen liegen Dukes, Swans und WBC mit je 6 noch gleichauf, nur 1 Coach sieht aber die Niederösterreicher als Meister, für Gmunden und Wels haben sich je 4 entschieden. Die gesamten Ergebnisse:
Wie lautet das ABL-Finale 2012:
Dukes - Swans 4 Nennungen
WBC - Bulls 3 Nennungen
Dukes - WBC 2 Nennungen
Swans - WBC 1 Nennung
Swans - Gunners 1 Nennung
Wer wird ABL-Champion 2012:
Swans 4 Nennungen
WBC 4 Nennungen
Dukes 1 Nennung
Bulls 1 Nennung
Gunners 1 Nennung
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